Stahl und Wachs
Ø 200 × 150 × 230cm
Als skulpturales Triptych im Raum angeordnet, orientiert sich Defne an Ornamenten von Zäunen und abstrahiert diese in eine Interpretationsfläche zum Verhandeln von Macht, Gefahr und postmigrantischer Identität. Als türkisches Pendant zum Namen der Künstlerin und der implizierten Bedeutung, türk. defne, dt. Lorbeer, entseht eine Verbindung zwischen dem herkömmlichsten Muster von Umzäunungen und der Machtsymbolik des Lorbeerkranzes.
Ihre etymologische Herkunft liegt in den Metamorphosen Ovids. Nach Ovid wird die Nymphe Daphne der patriarchalen Gewalt des Gottes Apollo ausgesetzt, vergewaltigt und verfolgt. Ihre einzig ersichtliche Möglichkeit der Flucht sieht sie im Ablegen ihrer menschlichen Gestalt und der Verwandlung in einen Lorbeerbaum. Apollo lässt sich jedoch nicht mit dieser Niederlage zufriedengeben und schmückt sein Haupt mit einem Teil ihrer pflanzlichen Gestalt, der, seit der Antike als Siegessymbol bekannte, Loorberkranz.
In den Skulpturen löst sich die Formalität des Loorberbaumes immer weiter von der Ursprungsform. Dort wo Blätter von den parasitären Wachsschwertern angefallen waren, entwickeln sie sich zu noch stärker verästeten Spitzen von durchdringender Qualität als Waffe und Schutz.



